Eichenprozessionsspinner (EPS)

  • Was sind Eichenprozessionsspinner (EPS)?
  • Wer ist von Eichenprozessionsspinner (EPS) betroffen?
  • Wie werde ich auf Eichenprozessionsspinner (EPS) aufmerksam?
  • Eichenprozessionsspinner (EPS)befall? Wie geht es nun weiter?
  • Wie erkenne ich, dass ich Probleme mit Eichenprozessionsspinner (EPS) habe?
  • Eigenschaften von Eichenprozessionsspinner (EPS)

Was sind Eichenprozessionsspinner (EPS)?

Der Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Zahnspinner.
Die Brennhaare der Raupe können beim Menschen eine Raupendermatitis auslösen.
Hierbei handelt es sich um eine Reaktion des Körpers in Form einer allergischen Reaktion auf das in den Brennhaaren der Raupen enthaltene Thaumetopoein. (ein Protein, welches bei menschlichen Körpern Hautreaktionen auslöst).

Wer ist von Eichenprozessionsspinner (EPS) betroffen?

Öfftl. Einrichtungen, Gemeinden, Parks, Städt. Einrichtungen, Kommunen, Kindergärten, Schulen, Vereine mit Parkanlagen/Außengelände, Schwimmbäder

Wie werde ich auf Eichenprozessionsspinner (EPS) aufmerksam?

Allergische Reaktion des Körpers, Ausschläge, Juckreiz bis hin zu anaphylaktischen Schock

Eichenprozessionsspinner (EPS)befall? Wie geht es nun weiter?

Allergische Reaktion des Körpers, Ausschläge, Juckreiz bis hin zu anaphylaktischen Schock

Woran erkenne ich Eichenprozessionsspinner (EPS)?

Fäden an den Bäumen, schwer erkennbar

Eigenschaften von Eichenprozessionsspinner (EPS)

Die Raupen ernähren sich von den Blättern ihrer Wirtsbäume. Sie fressen die gesamte Gewebefläche der Blattspreite und verschmähen dabei lediglich die Mittelrippe und stärkere Seitenrippen des Blattes. Sie gelten als Schädlinge, da sie Lichtungs- oder Kahlfraß verursachen. Bei mehrjährigem starkem Auftreten kann der Baum direkt oder durch Folgeerscheinungen geschädigt werden.

Wie der Name sagt, finden sich die Raupen des Eichen-Prozessionsspinners hauptsächlich an Eichen, gelegentlich – insbesondere in starken Befallsjahren – aber auch an einigen anderen Baumarten, insbesondere an der Hainbuche. Befallen werden vor allem einzeln stehende Bäume oder solche am Waldrand (besonders an der wärmebegünstigten Südseite). Die Eigelege der Eichen-Prozessionsspinner von 100 bis 200 Stück bestehen aus etwa einen Millimeter großen weißen Eiern. Sie werden meistens an älteren Eichen im Kronenbereich an dünneren Zweigen und anderen glatten Rindenstellen in Form einer länglichen Platte abgelegt und durch Afterschuppen und Sekret getarnt. Der Embryo entwickelt sich noch im Herbst zur fertigen Jungraupe, die dann im Ei überwintert und Anfang Mai schlüpft. Die Raupen durchlaufen fünf bis sechs Entwicklungsstadien bis zur Verpuppung und werden bis zu fünf Zentimeter lang.

Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift, das Thaumetopoein, enthalten

Die Brennhaare der Raupe brechen leicht und werden bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen. Die alten Larvenhäute bleiben nach der Häutung in den „Nestern“, deshalb ist die Konzentration an Brennhaaren oft sehr hoch. Alte Gespinstnester, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, sind eine anhaltende Gefahrenquelle. Die Raupenhaare sind lange haltbar und reichern sich über mehrere Jahre in der Umgebung an, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs (Gräser, Sträucher).
Für den Menschen gefährlich sind die Haare des dritten Larvenstadiums (Mai, Juni) des Eichen-Prozessionsspinners. Sie halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue toxische Reaktionen aus. Die (fast unsichtbaren) Brennhaare dringen leicht in die Haut und Schleimhaut ein und setzen sich dort mit ihren Häkchen fest. Die Raupendermatitis kann sich in drei verschiedenen klinischen Erscheinungsbildern zeigen:

  • Kontakt-Urtikaria (Quaddeln)
  • toxische irritative (Reiz auslösende) Dermatitis (Hautentzündung)
  • anhaltende Papeln (Knötchen), die an Insektenstichreaktionen erinnern.

Die Hautreaktionen halten (unbehandelt) oft ein bis zwei Wochen an. Meist sind alle Hautbereiche betroffen, die nicht bedeckt waren.
Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen.
Selten ist eine stationäre Behandlung mit Infusion von Kortison oder Theophyllin notwendig. Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. Selten sind allergische Schockreaktionen.